Die Diskussion über die Verkehrsführung in der Freisinger Innenstadt gehört seit Jahren zu den intensivsten und meistbeachteten kommunalpolitischen Themen. Immer wieder stellt sich die Frage, wie Aufenthaltsqualität, Erreichbarkeit und Verkehrsberuhigung in einer gewachsenen Innenstadt sinnvoll miteinander vereinbart werden können.
Bereits 2014 wurde das heutige Verkehrskonzept einstimmig beschlossen. Es sieht vor, dass die Obere und Untere Hauptstraße verkehrsberuhigt und der mittlere Abschnitt als Fußgängerzone ausgestaltet wird. Mit dem Beginn des Innenstadtausbaus ab 2016 wurde dieses Konzept schrittweise umgesetzt. Seitdem wurde die Verkehrsführung immer wieder politisch neu bewertet, in verschiedenen Gremien diskutiert und in der Öffentlichkeit debattiert. Die Vielzahl an Anträgen und Rückmeldungen macht deutlich, wie zentral dieses Thema für viele Menschen ist.
Im Jahr 2025 wurde die Situation erneut umfassend geprüft und dem Ausschuss zur Entscheidung vorgelegt. Grundlage der Bewertung waren unter anderem Stellungnahmen der Aktiven City Freising, der Straßenverkehrsbehörde und des Innenstadtbeirats. Alle drei Gremien sprechen sich eindeutig für das bestehende Verkehrskonzept aus.
Die Neugestaltung der Innenstadt verfolgt mehrere zentrale Ziele: die Steigerung der Aufenthaltsqualität, eine möglichst weitgehende Verkehrsberuhigung, die Reduzierung des Durchgangsverkehrs sowie gleichzeitig eine gute Erreichbarkeit für Anliegende, Handel und Besucherinnen und Besucher. Nach fachlicher Bewertung sind diese Ziele innerhalb des bestehenden Konzepts weitgehend erreicht worden. Die Innenstadt wurde ruhiger, sicherer und deutlich attraktiver gestaltet, ohne ihre Zugänglichkeit einzuschränken.
Dass die Verkehrsführung seit fast einem Jahrzehnt immer wieder neu verhandelt wird, zeigt sehr deutlich, dass es kein Modell gibt, das alle Interessen gleichzeitig vollständig erfüllen kann. Zwischen Aufenthaltsqualität, Mobilität, Klimaschutz, Lieferlogistik, Einzelhandelsinteressen und Stadtgestaltung bestehen Zielkonflikte, die sich in einer gewachsenen Altstadt nie vollständig auflösen lassen.
Unter Abwägung aller Argumente stellt das bestehende Konzept daher den vernünftigsten Kompromiss dar: so viel Verkehrsberuhigung wie möglich und gleichzeitig so viel Erreichbarkeit wie nötig. Aus diesen Gründen hat sich der Ausschuss, wie zuvor bereits die beteiligten Fachgremien, erneut für das bestehende Verkehrskonzept ausgesprochen.

